Bei meiner heutigen Motivsuche in der Innenstadt habe ich mit so einigem gerechnet, aber sicherlich nicht mit einer Eichelhäher – Familie.


Fünf gerade Flügge gewordene Eichelhäher inmitten der Innenstadt bei der Fütterung zu beobachten ist schon etwas außergewöhnliches.
Als mir dann ein Anwohner noch berichtete, dass das Pärchen bereits im zweiten Jahr den gleichen Brutplatz in einem Weinstock bezieht und die Kleinen aber jeden Tag auf Ausflugstour sind wurde die Angelegenheit erst richtig spannend. Eines der Jungtiere kam auf uns zugeflogen und landete direkt vor unseren Füßen.
Der Anwohner meinte: „Ja, das machen die Kleinen immer so“.
Er hob den  Nestflüchter vorsichtig auf und setze ihn zurück zu seinen Geschwistern auf ihren „Ausguck“.
Der Ausguck, man kann es eigentlich kaum glauben, ein alter Zigarettenautomat.
Es war total verwunderlich, dies geschah ohne Gegenwehr oder etwaige Hektik des Kleinen und unter Beobachtung der Eichehäher Mutter, welche das ganze anscheinend tiefenentspannt von der gegenüberliegenden Dachrinne beobachtete.
Man spürte deutlich das gegenseitige Vertrauen.


Auf meine Frage, ob die Mutter die Kleinen jetzt noch annimmt antwortete der Anwohner mit: „Selbstverständlich, das ist kein Problem. Wir haben das im letzten Jahr genauso gemacht.“
Bestätigt wurde das durch die unmittelbar darauf folgende Fütterung der Kleinen durch das Muttertier.


Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen berichtete der Nachbar (alias Ziehvater), dass er die Jungtiere jede Nacht mit zu sich nimmt und am nächsten Tag wieder zur Fütterung auf Ihren Ausguck setzt. Das habe er im letzten Jahr auch erfolgreich so gehandhabt. Die Kleinen haben sich prächtig entwickelt.

Das Vertrauen der kleinen Eichelhäher zu ihrem Ziehvater war für mich sehr beeindruckend. Ich werde auf jeden Fall beobachten, wie sich die Familie entwickelt.



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